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Natürlich kannten die Samen den seltsamen Berg. Schwarzes, hartes Gestein. Aber es war nutzlos für sie. Groß war daher die
Verwunderung, als Leute von weither kamen und nach den merkwürdigen Steinen fragten. Das war 1902. Damals bestand Kirkenes
aus ein paar Häusern und einer Kirche auf einer Landzunge (nes) - Kirkenes. Das schwarze Gestein veränderte alles. Die fremden
Männer sagten, dass sie den Berg schmelzen könnten. Für Eisenbahnen, Brücken und Waffen. 1906. Deshalb kamen innerhalb weniger
Jahre mehrere tausend Menschen nach Kirkenes. Die Zerstörungen des 1. WK schufen einen Markt für das Erz aus Bjørnevatn. Kirkenes
wurde ein wohlhabender Ort. Die Geschäftshäuser trugen Zwiebelkuppeln nach russischem Vorbild. In den Strassen hörte man viele
Sprachen. Aber Kirkenes war auch die Stadt der Konflikte. Die Arbeitskonflikte bei der Grubengesellschaft AS Sydvaranger wurden
landesweit bekannt. Ein neuer Krieg begann. Kirkenes musste den Preis dafür bezahlen, dass die Stadt so nahe an der Sowjetunion
lag. Murmansk war der einzige Hafen im europäischen Teil der Sowjetunion, den Nazi-Deutschland nicht kontrollierte. Daher
wurde Murmansk lebenswichtig für die Alliierten. Riesige Versorgungstransporte liefen von Amerika und England durch das Eismeer
nach Murmansk als Garantie, um Moskau halten zu können. Wenn Moskau gefallen wäre, hätte es vielleicht einen anderen Sieger
im Krieg gegeben. So wichtig war Kirkenes! Die Deutschen stationierten 30.000 Mann hier. Aufmarschgebiet für die Kämpfe an
der Litzafront. Sowjetische Flugzeuge bombardierten Kirkenes Tag und Nacht. Über 1000 Fliegeralarme und mehr als 300 Bombenangriffe.
Nach einem fürchterlichen Erschöpfungskrieg, im Winter oft bei 30-40 Grad Frost und mit tausenden von gefallenen und erfrorenen
Soldaten auf beiden Seiten, gelang es der Roten Armee, die deutschen Truppen zurückzuschlagen. Im Oktober 1944 war Kirkenes
befreit, aber niedergebrannt und in der Hand der Roten Armee. Bei ihrem Rückzug hatten die Deutschen alles verbrannt, was
nicht zerbombt war. Nur etwa 20 Häuser blieben übrig. Mehrere tausend Menschen lebten im nachfolgenden Winter in den Kellerruinen.
Es war eine reiche Zeit, sagen die, die sich daran erinnern. Nach dem Krieg wurde die Stadt wiederaufgebaut. Der Krieg hatte
große Teile Europas zerstört, wieder brauchte man das Erz aus Bjørnevatn. Die 50er, 60er und 70er Jahre waren eine Glanzzeit.
Kirkenes bekam lange vor allen anderen Orten in der Finnmark asphaltierte Strassen, eine große Schwimmhalle, ein Krankenhaus
und einen Flugplatz. Aber dann kamen die 80er Jahre. Das Erz aus Kirkenes wurde zu teuer. Die 1200 Beschäftigten des riesigen
Bergwerksbetriebs wurden nach und nach entlassen. 1996 wurde der Grubenbetrieb endgültig eingestellt. Trotzdem ist die Einwohnerzahl
nicht zurückgegangen.
Aber diese Geschichte sollten Sie sich hier bei uns erzählen lassen.
Willkommen in Kirkenes!
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