Geschichte Bugøynes


Bugøynes entstand durch Frostnächte und politische Unruhe. Forstnächte im 19. Jahrhundert in Finnisch-Lappland. Nach Jahren mit Missernten mussten die Bauern ihr Land verlassen - viele zogen Richtung Norden! Zum Jäämeri, dem Eismeer. So wurde Bugøynes oder Pykeijä gegründet. Hier gab es genügend Fisch, und das Meer friert niemals zu. In dieser scheinbar öden Meerlandschaft wuchs kräftiges grünes Gras, gedüngt von Millionen von Seevögeln. Und vom Seetang. Die neuen Norweger oder Quänen, wie man sie nannte, hatten die besten Überlebensvoraussetzungen: sie brachten ihre Bauernkultur mit und lernten schnell den Fischfang auf dem Fjord. Bugøynes ist etwas ganz besonderes, auch heute noch. Man hört immer noch die alte finnische Sprache. Man sieht die finnisch geprägten Häuser. Auch die Familiennamen sind typisch: Laurila, Ingelæ oder Marjavarra. Ihre Religion brachten sie auch mit, einen tief verwurzelten protestantischen Laestadianismus. Dies alles hat Bugøynes geprägt: zur Nüchternheit. Keine auffallenden Unterschiede zwischen den Leuten. Auch die Häuser zeigen, dass man maßvoll ist. Demütig stehen sie im Windschatten der Stürme, die jeden Herbst Rechenschaft für alles verlangen, was aufzuragen wagt. Als der 2. WK zu ende ging, sollten alle Gebäude in der Finnmark verbrannt werden. Die Rote Armee sollte ihre eigene Medizin zu schmecken bekommen - die Taktik der verbrannten Erde. Aber Leutnant Flack, der Befehlshaber der deutschen Wehrmachtseinheit in Bugøynes, schloss ein Abkommen mit den Anwohnern für den Transport über den Fjord. Dafür wurde das Dorf verschont. Kein Wunder, dass er gern gesehen war, als er nach dem Krieg zu einem Besuch zurückkehrte. Es waren nicht die Küstenfischer, die die Barentssee oder den Varangerfjord leerfischten, aber sie mussten die Rechnung dafür zahlen, denn in den 80er Jahren ging der Fischverarbeitungsbetrieb Konkurs. Bei der Reorganisation der Fischindustrie wollte niemand mehr in dem kleinen Ort investieren. Da protestierten sie und wurden im ganzen Land bekannt, weil sie eine Anzeige in die Zeitungen der Hauptstadt setzten: Will uns jemand haben? - Sie wollten im Kollektiv umziehen. Das wurde zum nationalen Symbol und rettete das Dorf. Natürlich überlebte Bugøynes. Lange besaß der Ort die einzige Fischzuchtanlage in Ostfinnmark. Wie eine Ironie des Schicksals wanderten große Mengen von Riesenkrabben aus Russland in den Varangerfjord ein, die so genannten Kamtschatka-Krabben. Und wer sonst wenn nicht die Leute aus Bugøynes schaffte es, sich über Nacht darauf einzustellen und das erste Kamtschatka-Geschäft im Land zu eröffnen! Bugøynes ist eben anders. Nicht ohne Grund heißt der Ort auch Pikku Suomi - kleines Finnland! Ole hyvä!


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