Geschichte Grense Jakobselv
Der wehrpflichtige Soldat späht über die menschenleere Landschaft. OP 247 heisst der Aussichtspunkt in der Sprache der Militärs. Über dem Kopf des Soldaten schickt das Radar alle drei Sekunden seinen Strahl bis zum Horizont. Dies ist die östlichste auf dem Festland stehende Überwachungsstation der Nato Richtung Russland. Ein elektronisches Auge, dessen Bilder letztlich im Pentagon landen. Obwohl das Interesse an den aufgefangenen Signalen von der Anhöhe 247 draussen an der Barentssee bei Grense Jakobselv nachzulassen scheint. Besonders seit die USA sich entschlossen haben, ihre U-Boote zurück zu ziehen, die 30 Jahre lang jeden Quadratmeter der sowjetischen Territorialgewässer abgefahren sind. So war Grense Jakobselv lange von der Spannung geprägt, die diese äusserste Grenze umgab. Die 1826 erfolgte Grenzziehung war lange Zeit nur ein Stück Papier, um das sich die russischen Fischer nicht sonderlich kümmerten. Sie warfen ihre Netze auf der norwegischen Seite der Grenze aus. Dort tauchte der Lachs in Schwärmen auf, wenn er seine Laichplätze in dem kleinen Grenzfluss aufsuchte. Es wurde so schlimm, dass die Lokalbevölkerung vom königlichen Amtmann in Vadsø Schutz verlangte. Dem Wunsch der 20 Menschen, die fest im Tal ansässig waren, wurde entsprochen. Ein Kapitänleutnant der Festung Vardøhus wurde über den Fjord geschickt, um die Verhältnisse vor Ort zu untersuchen. Er kam zu dem Ergebnis, dass die russischen Fischer die Grenze verletzten. Dafür, dass er Soldat war, schlug er eine sehr originelle Lösung des Konflikts vor: Man sollte eine Kirche bauen, die vom Meer aus zu sehen sein müsste. Die Russen hatten Respekt vor Kirchen. 1869 war die Kirch fertig, weiss gestrichen, damit sie als Grenzmarkierung gut zu sehen war. Als König Oskar die Kirche 1873 besuchte, gab er ihr seinen Namen. König Oskar war ein aufgeklärter Mann. Er sorgte dafür, dass eine Gedächnisplatte sowohl mit norwegischer als auch mit samischer Inschrift in der Kirche angebracht wurde. Heute kommt uns der Standort vielleicht etwas merkwürdig vor. Ohne umgebende Bebauung. Aber die Kirche hatte ihre Bedeutung als nationales Symbol: Dies ist norwegisches Land! Grense Jakobselv ist etwas Besonderes. Fruchtbar. Öde. Und der östlichste Punkt den man im visumfreien Europa erreichen kann.
![]()
![]()
[Home] [Natur & Geschichte] [Aktivitäten] [Ortschaften] [Cafés & Restaurants] [Übernachtung] [Anreise] [Transport vor Ort] [Nachbarländer] [T-Info] [Sitemap]
- - - - - - -
•
- alle Angaben dieser Seiten ohne Gewähr -